Hallo Leute,
endlich bin ich am Ziel. Das leben aus dem Rucksack hat ein Ende. Nach einer Woche bei meinem derzeitigen SUPERVISOR Detlef
bin ich nun dort angekommen, wo ich die nächsten 5 Monate hauptsächlich verbringen werde. Im Hause Shannon.
Das ganze war schon von langer Hand geplant und um sich etwas näher kennen zu lernen hatten Detlef und Pru ( his wife) zu einem Dinner geladen, wo dann Tom, Linda, Amie und Phoeby Shannon aufgetaucht sind, um mich etwas zu beschnuppern (und ich natürlich auch Sie). Das hatte dann schon was von einer arrangierten Hochzeit. Ich scheu die Augen auf die Stelle meines Tellers gerichtet, wo gerade noch was zu essen gelegen hatte. Die Großen haben sich über dies und jenes unterhalten, während mich die Mädels mit einem Blick musterten, der soviel sagte wie:
„Scheisse und wegen dem Penner können wir jetzt nicht mehr nackt durch die Bude laufen“.
„Entschuldigt bitte, aber was kann ich denn dafür und wo wir schon bei Thema sind… schließlich musste ich schon 4 Wochen früher anfangen mir das abzugewöhnen “ doch anstatt dies in Ihre anklagenden Gesichter zu schreien raunte ich nur ein zartes „I´m sorry“, was auf mindestens ebensoviel Unverständnis traf.
Aber mein Schicksal war besiegelt und so zog ich am Samstag den 18.03.2006 ins Haus und ins Herz der Shannon-Familie ein.
Tom: Hausherr und Vater der Familie, der nach einem Leben als Stock-Market-Broker eine Schafsfarm betreibt, aber davon träumt, auf seinem Land einige Öko-slef-containing-Houses zu bauen, die er dann vermietet.
Linda: Hausherrin und Mutter von vier Kindern. Sie ist ausgebildete Krankenschwester und seit sie selber keine Kinder mehr kriegen möchte, hilft sie anderen Frauen dabei Ihre zuhause zu bekommen, was eine Art ständiger Bereitschaftsdienst ist.
Amie: Tochter, 18 Jahre und arbeitet als Rezeptionsdame bei einer Notars-Kanzlei.
Sie ist für die Einkäufe der Familie zuständig, denn sie liebt es zu shoppen und Ihr Freund fährt wilde Motoradrennen.
Phoeby: Tochter, 14 Jahre und Schülerin. Sie mag Musik und liebt es zu singen. Allerdings hatte sie letzte Woche eine Halsentzündung und verpasst ständig den Schulbus.
Der Deal war: Ich bezahle hier ein wenig Kostgeld und helfe gelegentlich bei diesem und jenem. Da ich aus Deutschland komme wurde mir im Haushalt die Aufgabe Mülltrennung übertragen, da wir Deutschen ja bekanntlich Weltmeister im Mülltrennen sind, was wir im Fussball wohl kaum schaffen werden.
Ausserdem habe ich schon Wäsche aufgehangen, gespühlt, bei der Wasserinstallation geholfen und (und das war wirklich bis jetzt das Highlight) Schafe mit dem Moped zusammengetrieben, da die mit Wurmkur behandelt werden mussten.

Schafe auf dem Weg zur Wurmkur.
Sozialhilfeempfänger auf dem Weg zur Wurmkur.
Die Kunst bei der Schafshatz ist es, so wie ein Schaf zu denken. Das fällt dem einen schwer dem anderen dafür umso leichter. Ich war da ein echtes Naturtalent. Aber Schaf ist wie ich finde auch einfach. Tiger ist da bestimmt schon schwieriger oder Fuchs, schliesslich heisst es ja nicht von ungefähr schlau wie ein Fuchs und Schafe zu jagen ist im Gegensatz zur Fuchsjagd so einfach wie Leute mit einem Blatt voll Sonderangeboten in den Promarkt zu treiben.
Der Hund einstmals unangefochtener Freund des Menschen
bekommt zunehmend Konkurrenz durch das Moped.
Schafe werden hier mit Quads und Mopeds getrieben und Hunden.
Mir wurde das Steuer eines Zweiganghalbautomatikofens (Hi-Lo) der Marke Honda übertragen, der optisch schwer was hermacht. Allein der Auspuff ist ein absoluter „Eye Catcher“.Bei all dem Glück gibt es jedoch auch einen Leidtragenden, denn weil ich mich so gut angestellt habe, wird Tom mich ab jetzt immer mitnehmen. Sein Hund, der sonst immer mitgehetzt hat, ist somit so gut wie arbeitslos. Tja, so schnell kann´s gehen. Aber der Kuchen kann nun mal nicht beliebig oft geteilt werden Junge.
Teufelskreis Arbeitslosigkeit.
Was tun wenn das Selbstwertgefühl erstmal weg ist?
Ne jetzt mal im Ernst. Ich habe es sehr gut getroffen hier. Das Haus Shannon ist ein Hotel der Spitzenklasse und bietet allen ein Dach über dem Kopf die es brauchen oder ein offenes Ohr und schon am frühen Morgen einen offenen Mund. Tja so ist das hier.

Ja, ja, ....so schön kann´s sein hier.
Manche tun alles um hier nicht weg zu müssen.
Bis zu nächsten mal und .....
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